Sternenhimmel im Februar
Sehr leicht finden wir das wohl schönste Sternbild, den Orion. Visuell fallen uns die Farbunterschiede der beiden Hauptsterne Beteigeuze und Rigel auf. Der linke Schulterstern Beteigeuze ist ein roter Überriese. Würde sich Beteigeuze an Stelle unser Sonne befinden, dann würde er bis weit über die Marsbahn hinaus reichen. In astronomisch kurzer Zeit wird Beteigeuze höchstwahrscheinlich als Supernova explodieren. Der rechte Fußstern Rigel ist ein blauweißer Stern mit mehreren Zehntausend Sonnenleuchtkräften. Ziehen wir von den Gürtelsternen des Orion ausgehend in Gedanken eine Gerade nach links, also nach Süden, dann gelangen wir zum hellsten Fixstern Sirius im Sternbild Großer Hund. Der 8,7 Lichtjahre entfernte Stern besitzt die 24-fache Leuchtkraft unserr Sonne. Bereits die alten Ägypter beobachteten intensiv den Sirius. Sehnsüchtig erwarteten sie das erstmalige Auftauchen des Sirius in der Morgendämmerung. Damit wurde im alten Ägypten die Fruchtbarkeitsperiode angekündigt. Links oberhalb des Großen Hundes gelangen wir zum Kleinen Hund mit dem hellen Prokyon. Beteigeuze, Sirius und Prokyon bilden das scheinbar fast gleichseitige Winterdreieck. Oberhalb des Kleinen Hundes erkennen wir das Tierkreissternbild Zwillinge mit den beiden fast gleichhellen Hauptsternen Kastor und Pollux. Der untere Pollux ist der für uns nächste Riesenstern. Im Zenitbereich finden wir das Sternbild Fuhrmann mit dem sehr hellen gelben Riesenstern Kapella. Verlängern wir gedanklich den Gürtel des Orion nach rechts oben, dann finden wir das Tierkreissternbild Stier. Hauptstern ist der orange Riesenstern Aldebaran. Im Stier befinden sich die astronomisch jungen offenen Sternhaufen Hyaden und Plejaden. Die eindrucksvollen Plejaden sind im Volksmund als Siebengestirn bekannt. Oft werden die Plejaden mit dem Kleinen Wagen verwechselt. Auf unserer Tour durch den prachtvollen Wintersternhimmel ist jetzt mit Rigel, Sirius, Prokyon, Pollux und Kapella das Wintersechseck vollständig. Nach 22 Uhr deuten am Ostimmel die Sternbilder Löwe und Bootes bereits auf die kommende Frühlingszeit hin. Wie in jeder klaren Nacht sind im Norden die zirkumpolaren Sternbilder Kleiner und Großer Wagen sowie Kassiopeia sichtbar.
Hauptattraktion am Sternhimmel im Februar ist der Riesenplanet Jupiter. Mit seiner scheinbaren Helligkeit von - 2,4 m übertrifft Jupiter deutlich den Sirius. Der eindrucksvolle Planet befindet sich im Sternbild Zwillinge und ist vom Eintritt der Dunkelheit bis kurz vor Anbruch der Morgendämmerung fast die gesamte Nacht hindurch sichtbar. Der Ringplanet Saturn zieht sich allmählich vom Abendhimmel zurück. Nach Eintritt der Dunkelheit finden wir den Saturn im Westen. Saturn steht im unauffälligen Tierkreissternbild Fische. Der Mars bleibt im Februar unsichtbar. Der sonnennächste Planet Merkur kann bei klarem Wetter und freier Sicht nach Westen um dem 8. Februar in der Abenddämmerung aufgefunden werden. Unser innerer Nachbarplanet Venus beginnt im Feruar seine nächste Abendsichtbarkeitsperiode. Ende Februar kann Venus im Westen in der Abenddämmerung eine halbe Stunde beobachtet werden.