Sternhimmel im April

Bernd Hüttner

Ab April müssen wir bei unseren Beobachtungen die Umstellung auf die mitteleuropäische Sommerzeit MESZ beachten. Unsere Uhr geht eine Stunde vor, der Sternenhimmel aber nicht!

Anfang April finden wir nach dem späten Eintritt der Dunkelheit gegen 22 Uhr MESZ die Sternbilder des Wintersechsecks im Westen und Südwesten. Das sicherlich eindrucksvollste Sternbild, der Orion, rüstet sich zum Untergang. Bei Verlängerung der drei Gürtelsterne nach links finden wir im Südwesten in geringer Höhe über dem Horizont den Sirius. Dieser hellste Fixstern des Himmels ist ein Doppelstern. Bei seinem Begleiter handelt es sich um einen weißen Zwerg. Dieser als Sirius B bekannte Stern ist nur in Teleskopen sichtbar. Er ist etwa so groß wie unsere Erde und besitzt ungefähr die Masse unserer Sonne. Ein Kubikzentimeter der Materie dieses weißen Zwerges wiegt rund 1,5 Tonnen. Ein weißer Zwerg – das wird voraussichtlich auch das Endstadium unserer Sonne sein. Bis dahin hat es aber noch rund 5 Milliarden Jahre Zeit. Sirius ist der Hauptstern vom Großen Hund. Oberhalb und östlich des Großen Hundes  finden wir den kleinen Hund. Sein Hauptstern Prokyon bildet zusammen mit dem Sirius und Beteigeuze im Orion das bekannte Winterdreieck. Rigel im Orion, Sirius, Prokyon, Pollux in den Zwillingen, Kapella im Fuhrmann sowie Aldebaran im Stier vervollständigen das Wintersechseck. Der Südhimmel wird dominiert von dem eindrucksvollen Tierkreissternbild Löwe mit seinem Hauptstern Regulus.  Gerade aufgegangen im Südosten ist das Tierkreissternbild Jungfrau mit dem sehr heißen Hauptstern Spika. Regulus, Spika  und Arktur im Sternbild Bootes bilden das Frühlingsdreieck. Das Sternbild Bootes, bekannt als Bärenhüter, folgt in seiner scheinbaren täglichen Bewegung dem Großen Bären. Hauptteil dieses berühmten Sternbildes ist der gut bekannte Große Wagen. Die gedankliche Verlängerung seiner letzten beiden Kastensterne führt uns zum Polarstern. Sehr oft wird vermutet das der ,,Nordstern“ der hellste Stern des Himmels ist. Tatsächlich ist der Polarstern nur ein unauffälliger Stern 2. Größenklasse. Seine Bedeutung resultiert daher das die Erdachse fast genau auf den Polarstern zeigt. In jeder klaren Nacht finden wir ihn auf der Nordhalbkugel unserer Erde immer in der gleichen Position. Das Lot vom Polarstern auf den Horizont führt uns zum Nordpunkt. Die Höhe des Polarsterns über dem Horizont entspricht der geographischen Breite des Beobachtungsortes. Vom Polarstern aus betrachtet finden wir gegenüber dem Großen Wagen das als Himmels-W bekannte Sternbild Kassiopeia. Der Polarstern ist der vorderste Deichselstern des Kleinen Wagens. Die beiden Himmelswagen und die Kassiopeia sind zirkumpolare Sternbilder. Wir finden sie in jeder klaren Nacht. Allerdings in unterschiedlicher Position zum Horizont. Im April befindet sich der Große Wagen nahe beim Zenit. Im April nimmt die Tageslänge rasch zu. Ende des Monats müssen wir zum vollständigen Eintritt der Dunkelheit bis 23 Uhr MESZ warten. Bis dahin ist der Orion bereits im Westen untergegangen. Bereits in der Abenddämmerung fällt uns im Westen der helle Abendstern auf. Dabei handelt es sich um unseren inneren Nachbarplaneten Venus.  Im März begann die Abendsichtbarkeitsperiode der Venus. In den folgenden Monaten werden sich die Beobachtungsbedingungen für die Venus sukzessive verbessern. Die Differenz zwischen den Untergangszeiten der Sonne und der Venus wird immer größer werden. Maximal kann diese fast 4 Stunden betragen. Noch erscheint uns Venus im Fernrohr als eine relativ kleine fast volle Venus. Bei weiterer Annährung an unsere Erde werden wir zunächst eine ,,Halbvenus“ und dann nur noch eine schmale Sichel sehen. Venus wird jedoch scheinbar immer größer werden. Merkur, Mars und Saturn können im April nicht beobachtet werden.