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Inhaltsverzeichnis

  • Zusammenfassung
  • Leben und Studium des Lutherischen Geistlichen Georg Samuel Doerffel
  • Doerffels astronomische Beobachtungen
  • Von der Naturphilosophie zur Naturwissenschaft
  • Doerffels Korrespondenz
  • Doerffels Platz in der Geschichte der Astronomie und posthume Ehrungen
  • Literatur, Personen, Quellen

Leben und Studium des Lutherischen Geistlichen Georg Samuel Dörffel


Lebensdaten und Familie auf einen Blick

Georg Samuel Dörffel, geb. am 11./21. Oktober 1643 in Plauen (Vogtland), gest. am 6./16. August 1688 in Weida (Vogtland).

Vater: Magister Friedrich Dörffel (1612 - 1672), 1638 - 1644 Rektor der Stadtschule Plauen, 1644 - 1672 Pfarrer und 2. Landdiakon für Oberlosa und Straßberg bei Plauen.

Mutter: Maria Dörffel, geb. Tröger (1608 - 1673), Tochter des Plauener Ratsherrn Johann Tröger.

Erste Ehe 1668 mit Maria Elisabeth geb. Gebhard (1650 - 1678; 1 Sohn, 4 Töchter), Tochter des Plauener Landrichters Matthias Gebhard.

Zweite Ehe 1679 mit Maria Salome geb. Gottsmann verw. Klinger (1651 - 1686; 2 Söhne, 2 Töchter), Tochter des Oelsnitzer Superintendenten Thomas Gottsmann (1611 - 1673).

Dritte Ehe 1687 mit Juditha geb. Francke (1660 - 1736; 1 Sohn), Tochter des Archidiakons Bartholomäus Francke (1633 - 1715).

Von zehn seiner Kinder aus drei Ehen überlebten sieben das Kindesalter.

Die Familie Dörffel in Plauen im Vogtland

Georg Samuel Dörffel wurde in Plauen geboren und gleich darauf, am 13./23. Oktober 1643, in der Plauener St. Johannis-Kirche (Abb. 1) getauft (1, 2). Auch seine Kindheit hat er in dieser Stadt zugebracht. St. Johannis-Kirche in Plauen.  Aufnahme R. Benndorf 2020.Abb 1  St. Johannis-Kirche in Plauen. Aufnahme R. Benndorf 2020.Die Familieväterlicherseits, geprägt von protestantischen Pfarrern, stammte aus Böhmen, von wo sie im Zuge der Gegenreformation vertrieben wurde. Sein Vater Friedrich Dörffel war als Glaubensflüchtling durch Europa gereist und hatte an verschiedenen Orten studiert, bekannt sind Frankfurt/Oder, Königsberg, Dänemark, Leyden und Schweden (3). Zeitweise war er als Hauslehrer und Gesandter von Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg (1620 - 1688), angestellt, bevor er in Plauen zum Rektor der Stadtschule und später zum 2. Landdiakon berufen wurde (2). Maria, Dörffels Mutter, entstammte einer angesehenen Plauener Händler- und Fabrikantenfamilie. Der Herkunftnach gehörten die Dörffels zur gut gestellten und gebildeten Gesellschaft in Plauen (3); Heute würden wir Bildungsbürgertum sagen. Georg Samuels Kindheit hätte glücklich verlaufen können, wäre nicht der Dreißigjährige Krieg mit seinen Verwüstungen und Spätfolgen gewesen. Ständig wechselnde Truppendurchzüge, Plünderungen, Gefechte, Pestepidemien und andere Plagen brachten wohl jeden Plauener, der überlebte, an seine Grenzen, und die Verwüstungen dieses Krieges dürften noch weit in die folgende Friedenszeit nachgewirkt haben. Alle drei Geschwister Georg Samuels verstarben noch während des Dreißigjährigen Kriegs bis 1648. Das Wohnhaus der Dörffels in der Kirchgasse in Plauen war in bester Lage, gleich neben der St. Johannis-Kirche (4). Dieses Haus stand bis 1945 und ist auf alten Der Altmarkt mit dem Wohnhaus der Familie Dörffel und von J. C. Meise in der Kirchstraße in Plauen. Aufnahme ca. 1905.  Standort, Quelle und © Stadtarchiv Plauen (Permission GlasNeg Nr. 259/09).Abb 2   Der Altmarkt mit dem Wohnhaus der Familie Dörffel und von J. C. Meise in der Kirchstraße in Plauen. Aufnahme ca. 1905. Standort, Quelle und © Stadtarchiv Plauen (Permission GlasNeg Nr. 259/09).Fotos von Plauen zu sehen (Abb. 2). Nach seinem Studium in Leipzig und Jena (s.u.) kehrte Georg Samuel nach Plauen in das Haus seiner Eltern zurück, gründete hier seine Familie und betrieb die astronomischen Studien.Im Brief vom 18./28. September 1682 an Gottfried Kirch (1639 - 1710) beschreibt Georg Samuel, wie er sein Haus für die astronomischen Beobachtungen umgebaut hat (5). Bis zu seiner Berufung nach Weida als Superintendentblieb die Familie hier wohnen.Für Georg Samuels astronomische Arbeiten dürfte es hilfreich gewesen sein, daß sich in Plauen bereits 1643 ein Buchdrucker etabliert hatte, dessen Werkstatt später von Johann Christian Meise (lebte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts) übernommen wurde (4). Georg Samuel ließ einen Großteil seiner Schriften bei Meise drucken und praktischerweise wohnte Meise auch im Haus der Dörffels (6). Noch 1688, in Georg Samuels Todesjahr, wird dieses Haus "nahe bey der Kirchen" im Steuerregister als sein Besitz genannt (4). Außerdem besaß die Familie Dörffel einen umfangreichen, wenn auch verstreuten Besitz an Grundstücken und Häusern und gehörte damit zu den Ackerbürgern von Plauen. Dieser Besitz dürfte die Familie Dörffel wirtschaftlich abgesichert haben, vermutlich eine Voraussetzung für die astronomische Tätigkeit Georg Samuels. Dies bestätigt den Eindruck, wonach die Dörffels zum wohlhabenden Teil der Plauener Gesellschaft gehörten.

Studium in Leipzig, Halle und Jena

Abb. 3Abb. 3  Porträt von Bernhard (Berhardus) von Sanden dem Älteren. Kupferstich und Radierung von Christian Romstedt. Entstehungszeit: 1681 - 1703. Standort: Staatsbibliothek zu Berlin – PK / Abteilung Handschriften und Historische Drucke (Inventarnummer: Portr. Slg/Theol. m/Sanden, Bernhard von, Nr. 1, b001039). © gemeinfrei. Quelle: Link (s.u.). Der Bildungsweg des jungen Dörffel begann in Plauen an der Lateinschule, aber schon im Alter von 10 Jahren, also 1653, wurde er an der Leipziger Universität als sogenannter Promittent eingeschrieben (2). Das damit verbundene Gehorsamsversprechen berechtigte ihn, an Vorlesungen der Universität teilzunehmen.Die eigentliche Vorbereitung auf das Studium dürfte aber am Evangelisch-Lutherischen Stadt-Gymnasium in Halle/Saale erfolgt sein, welches er bis 1661 besuchte. Wahrscheinlich hatte Dörffel die ersten mathematischen und astronomischen Kenntnisse in dieser Zeit erworben.

Im Anschluß wechselte er zum Studium der 'Freien Künste' nach Leipzig. Dieses Studium schloß er bereits 1662 - als 19-Jähriger - mit der Dissertationsschrift 'Exercitatio Philosophica de definitione et natura demonstrationis' (7) ab, wofür ihm das Baccalaureat zuerkannt wurde. Diese Arbeit erregte allgemeines Aufsehen und bewies, wie ernst und tiefgründig der junge Student schwierige Probleme bearbeitete (8). Einer seiner Lehrer, der lutherische Theologe Bernhard von Sanden der Ältere (1636 - 1703) (Abb. 3), der den Vorsitz einer'Tischgesellschaft' innehatte, bescheinigte Dörffel ein tiefes Verständnis und umfassende mathematische undnaturwissenschaftliche Kenntnisse (8). Noch im selben Jahr wechselte er für ein Semester an die Universität Jena. Ausschlaggebend dürfte Erhard Weigel (1625 - 1699) gewesen sein, ein in ganz Europa bekannter Professor für Mathematik, Physik und Astronomie (Abb. 4).


Abb. 4Abb. 4 Porträts von Erhard Weigel. Links: Entsehungszeit 1655, im Alter von 30 Jahren; Öl auf Leinwand von Christian Richter. Standort: Kustodie der Universität Jena (Signatur GP28). © gemeinfrei; Rechts: Entstehungszeit ~1688, im Alter von 63 Jahren; Stich von Elias Nesselthaler in E. Weigels Buch 'Extractio radicis, oder Wurzel=Zug des so schlechten Christen=Staats/…', Jena 1689. Standort: Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (Signatur 4 Bud.Hist.lit.21(3)). © gemeinfrei. Quellen: Links (s.u.).

Weigel wurde als brillanter Lehrer gerühmt und galt als Geheimtipp unter den Studenten, und seinetwegen wechselte nicht nur Dörffel an die Jenenser Universität (8). Er war Impulsgeber für eine ganze Generation von Gelehrten, die später auf europäischer Ebene wirksam werden sollten. Weigel und sein Umfeld müssen Dörffel kolossal stimuliert haben, sich ein fundiertes Wissen in Mathematik, Physik und Astronomie anzueignen. Das Studium bei Weigel, das Dörffel mit dem Titel eines Magisters der Philosophie abschloß, resultierte in der Dissertationsschrift 'Exercitatio Philosophica de Quantitate Motus GAbb. 5Abb. 5  Titelseite der von Erhard Weigel und Georg Samuel Dörffel gemeinsam verfaßten Schrift 'Exercitatio Philosophica de Quantitate Motus Gravium' von 1663 (Dissertation G. S. Dörffels, Universität Jena). Standort: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (Shelfmark Xb 1345). © gemeinfrei. Quelle: Digitalisat (s.u.). ravium', die er gemeinsam mit Weigel 1663 veröffentlichte (Titelseite in Abb. 5)(9). Dörffel muß bei seiner öffentlichen Verteidigung die Zuhörer begeistert haben, wenn sein Lehrer Weigel schrieb: "Hucusque, Dörffeli, in Clariis bonus Castris fuisti miles, inhospitaPertesqua confringens echinos MenteMathematicos acuta. En hic triumphus nunc agitur tibi, Laurusque præsto Palladis est! Novum Proinde nomen Pansophumque Pantomathematicumque grator Erhardus Weigelius Prof. P. Facult. Phil. h. 1. Decanus." e. Inhaltlich geht es in dieser Studie um nicht weniger als die Schwerkraft, 24 Jahre bevor Isaak Newton (1642 - 1726/27) sein fundamentales Werk 'Philosophiæ Naturalis Principia Mathematica' (kurz: 'Principia') (10) verfaßte. Dies ist ein Indiz dafür, daß der Kreis um Weigel hinsichtlich der behandelten physikalischen Themen auf der Höhe der Zeit war. Nicht zufällig finden wir im Wirkungskreis um Weigel auch Gottfried Kirch, der später Dörffels Studienobjekt, den Kometen Kirch, entdecken sollte, und Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716), der spätere Co-Erfinder der Infinitesimalrechnung (Newton war der andere Co-Erfinder). Die Verbindung zwischen Dörffel und Weigel hielt ein Leben lang an. Beide verband das Bestreben, für die himmlischen Phänomene rationale Erklärungen zu finden und diese mit mathematischen Mitteln zu beschreiben (8).

Abb. 6Abb. 6  Porträt von Johann Adam Schertzer. Kupferstich von Nicolaus Häublin. Entstehungszeit: 1669. Standort: Österreichische Nationalbibliothek Wien, Porträtsammlung (Inventar-Nr. PORT_ 00111273_01). © Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0. Quelle: Link (s.u.). Wie tief sich Dörffel in die Mathematik, Physik und Astronomie eingearbeitet hatte, belegen die Literaturangaben in seinen astronomischen Werken: Die Liste umfaßt die Klassiker Archimedes (~287 - 212 v. Chr.), Aristoteles (384 - 322 v. Chr.), Euklid (~ 3. Jahrhundert v. Chr.), Platon (428/427 - 348/347 v. Chr.) und Thales von Milet (~626/623 - ~548/545 v. Chr.), zudem damals aktuelle Werke von René Descartes (latinisiert Renatus Cartesius; 1596 - 1650), Galileo Galilei (1564 - 1642), Pierre Gassendi (1592 - 1655), Christiaan Huygens (1629 - 1695), Johannes Kepler (1571 - 1630) und von anderen (2, 11). Die Bibliothek Dörffels war umfangreich und auf der Höhe der Zeit. Sie umfaßte astronomische Standardwerke wie Johannes Hevelius' (1616 - 1687) 'Cometographia...' (12), Johannes Keplers 'De Stella Nova...' (13) und 'De cometis libelli tres' (14), Jeremiah Horrocks' (1618 - 1641) & John Wallis' (1616 - 1703) 'Jeremiae Horroccii opera posthuma' (15), Vincent Wings (1616 - 1668) 'Astronomia Britannica' (16) und andere (2, 11). In jener Zeit waren derartige astronomische Werke Kostbarkeiten und wurden unter den Astronomen wie Schätze gehandelt. So ist es nicht verwunderlich, wenn nach Dörffels Tod 1688 Gottfried Kirch in einem Brief an Jakob Honold senior (~1630 -1691) Überlegungen anstellte, um von Dörffels Witwe Juditha astronomische Literatur zu günstigen Bedingungen zu erwerben (17).

Doch zunächst ging Dörffel wieder nach Leipzig zurück, um bei seinem geschätzten Lehrer Johann Adam Schertzer (1628 - 1683) (Abb. 6) von 1663 an lutherische Theologie zu studieren. So wie Dörffels Familieväterlicherseits war auch Schertzers Familie wegen ihres lutherischen Glaubens während des 30-jährigen Krieges aus Böhmen vertrieben worden. Solch eine geteilte leidvolle Erfahrung dürfte ein enges Verhältnis zwischenLehrer und Schüler gefördert haben, und dies ist in 7 erhaltenen Briefkonzepten Dörffels an Schertzer belegt, alle von 1682 (2). Dörffel beendete dieses Studium 1667 mit dem Baccalaureat.

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